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Meeresschutz konkret: Die unbequeme Wahrheit über unseren Fischkonsum
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Meeresschutz ist kein abstraktes Konzept, das nur Umweltverbände betrifft. Es ist eine Frage des alltäglichen Handelns. Jedes Mal, wenn wir etwas aus dem Meer essen, entscheiden wir, welche Art von Meeresschutz wir unterstützen – oder nicht. Claudia von ElasMotion hat sich dieser Realität gestellt und arbeitet seitdem ehrenamtlich für echten Meeresschutz. Ihre Geschichte zeigt: Meeresschutz beginnt mit unbequemen Erkenntnissen.
Der Wendepunkt für Claudia kam plötzlich. Sie war auf Instagram, stolperte über Stopfinding EU und sah sich Videos von Hai-Finning an. Das, was sie sah, ließ sie weinen. Zum ersten Mal wurde die Realität des Meeresschutzes – oder besser gesagt: die Realität der Meereszerstörung – greifbar. Seitdem arbeitet sie im Verein ElasMotion an Meeresschutz durch Bildungsarbeit. Nicht nur für Fachleute, sondern für jeden.
Was ist Hai-Finning – und warum ist es der Horror des Meeresschutzes?

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Meeresschutz fängt damit an, die Probleme zu benennen. Hai-Finning – das Abschneiden von Haiflossen – ist eines der grausamsten. Die Flossen gehen überwiegend nach Asien, wo sie zu Haiflossen-Suppe verarbeitet werden. Ein Kulturprodukt, das in Zeiten seiner Entstehung vielleicht einen Sinn hatte, heute aber nur noch als Statussymbol fungiert.
Das Prinzip ist einfach und fürchterlich: Haie werden an Langleinen gefangen oder gezielt mit Futter ans Boot gelockt. Dann werden sie aus dem Wasser geholt, ihnen werden bei lebendigem Leib die Flossen abgeschnitten – und sie werden noch lebend zurück ins Meer geworfen.
Die Konsequenz für den Hai: Er sinkt. Die meisten Haie müssen sich bewegen, um Sauerstoff aufzunehmen. Das Wasser mit den Kiemen filtern reicht nicht. Ohne Flossen können sie nicht schwimmen. Sie ersticken qualvoll auf dem Meeresgrund. Das ist nicht schnell. Das ist agonie.
Wer Videos davon gesehen hat, erkennt: Die Tiere haben Augen, die Angst zeigen. Sie haben Schmerz. Sie haben Gefühle. Und doch werden Millionen Haie jedes Jahr so getötet – nicht, weil die Suppe schmeckt (sie schmeckt praktisch nach nichts), sondern weil sie ein Status-Symbol ist.
Das Tragische: Europa ist der zweitstärkste Exporteur von Haiflossen. Das wissen viele nicht. Meeresschutz beginnt damit, diese Realität zu sehen.
Grundschleppnetze: Die unsichtbare Zerstörung
Meeresschutz ist nicht nur eine Frage von Haien. Es geht auch um das, was weniger sichtbar ist. Grundschleppnetze zum Beispiel. Das sind Fangnetze, die nicht über dem Meeresboden gezogen werden – sie werden über ihn gezogen.
Stellt euch vor: Ein riesiges Netz wird über den Meeresboden geschleift, alles wird zerrt und zerstört. Korallen, die Jahrzehnte brauchten, um zu wachsen – weg. Felsen, unter denen Leben existiert – demoliert. Tiere, die nicht mal das Ziel der Fischerei sind – getötet.
Das geschieht für Krabben. Für ein Krabbenbrötchen. Die Grundschleppnetz-Fischerei hinterlässt eine Schneise der Verwüstung auf dem Meeresgrund. Und für echten Meeresschutz muss man sich fragen: Ist dieses Brötchen den Preis wert?
Natürlich wissen die Menschen, die diese Netze ziehen, oft nicht, dass sie so viel zerstören. Sie wissen vielleicht nicht, was echtes Meeresschutz bedeutet. Sie versuchen, ihre Familie zu versorgen. Das ist die Komplexität von echtem Meeresschutz: Es ist nicht einfach schwarz und weiß.
Aquakultur und der falsche Hoffnungsschimmer

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Ein häufiger Gedanke beim Meeresschutz ist: Aquakultur rettet das Meer. Lachse aus Zucht statt aus der Natur – das klingt gut. Aber es ist eine Lüge.
Lachse sind Raubfische. Sie müssen gefüttert werden. Womit? Mit anderen Fischen. Fischen, die aus dem Meer geholt werden. Fischen in Speisequalität. Fischen, die wir essen könnten. Stattdessen verfüttern wir sie an Lachse, damit wir Lachse essen können.
Das bedeutet: Die Fischerei läuft trotzdem. Die Meeresschutz-Probleme existieren trotzdem. Wir haben nur einen weiteren Schritt dazwischen geschoben. Die Grundschleppnetze, die Langleinen – sie alle sind noch aktiv. Sie fangen nur jetzt Futter für unsere Zuchtlachse.
Hinzu kommt: Zuchtlachse bekommen oft Antibiotika. Das fließt in die Gewässer ab. Das ist nicht gesund. Studien zeigen: Zuchtlachs ist nicht das gesunde Lebensmittel, das er gerne ausgegeben wird.
Das ist unbequem. Aber Meeresschutz ist oft unbequem.
Verbraucherbewusstsein: Der Kern von echtem Meeresschutz
Echte Meeresschutz beginnt nicht mit großen Gesten. Er beginnt damit, was auf meinen Teller kommt. Claudia war Vegetarierin, bevor sie zum Verein kam. Aber als sie die Wahrheit über Aquakultur erfuhr, hörte sie auch auf, Lachs zu essen. Diese Entwicklung war nicht schnell. Sie war schmerzhaft. Aber sie war notwendig.
Das ist das Konzept: Nicht Missionierung, sondern Aufklärung. Nicht Moralkeule, sondern Information. Menschen sollten wissen, was sie kaufen. Was bedeutet das Bio-Label wirklich? Woher kommt das Produkt? Welche Auswirkungen hat mein Kauf auf Meeresschutz?
Kleine Veränderungen, die sich ausbreiten. Claudia wurde Vegetarierin, ihr Freund merkte es, fing an zu hinterfragen, wurde irgendwann auch Vegetarier. Freunde kochen jetzt automatisch vegan für sie. Das ist organischer Meeresschutz – nicht erzwungen, sondern inspiriert.
Meeresschutz und die Momente des Zweifels
Wer sich für Meeresschutz engagiert, zweifelt. Regenwälder werden immer noch abgeholzt. Meeresschutzgebiete werden aufgehoben. Die eigene Bubble ist klein gegen die Welt. Warum also weitermachen?
Dann kommt das nächste Vereinstreffen. Man sitzt mit Menschen zusammen, die das gleiche Ziel haben. Man merkt: Es sind nicht nur drei, es sind viele. Jeder Vortrag in einer Schule, jeder Podcast, jede kleine Aktion – das ist Meeresschutz.
Manchmal kommt ein gestrandeter Wal. Videos verbreiten sich viral. Menschen werden plötzlich aufgerüttelt. Meeresschutz ist plötzlich im öffentlichen Bewusstsein. Diese Moments zeigen: Kleine Stimmen können laut werden.
Fazit: Meeresschutz ist eine persönliche Entscheidung
Meeresschutz ist nicht optional. Die Meere sind nicht weg. Sie sind Lebensraum für Millionen von Arten. Sie sind die Lunge unseres Planeten. Und sie werden jeden Tag zerstört – durch unsere Entscheidungen.
Aber Meeresschutz ist auch nicht hoffnungslos. Jeder kleine Schritt zählt. Ein Cleanup-Event. Ein Verzicht auf Haifischflossen-Suppe. Ein ehrliches Gespräch mit Freunden. Ein Verein, dem man beitritt.
Die Frage ist: Wie viel Meeresschutz wollen wir?
Unsere Redaktion wird geleitet von Chefredakteur Markus Mensch, der sich schon als Redakteur für Munichs Best, dem blu Magazin und dem Leo Magazin einem Namen machen konnte. 2010 gründete er das Online-Magazin „magazine4“, welches Ende 2014 verkauft wurde. Nun sticht er mit “Monaco de Luxe” neu in See, vereint sein Netzwerk und seine Erfahrungen, um neue Ziele für seine Leser, Kunden und Partner zu erreichen.