Social-Media

Talk

ABC-Inseln: Drei Inseln, drei Welten

Die ABC-Inseln liegen nur wenige Flugminuten voneinander entfernt – und könnten unterschiedlicher nicht sein. Wer nach Aruba, Bonaire oder Curaçao reist, sollte wissen, was ihn erwartet. Ein Vergleich der drei karibischen Tauchziele und die Frage: Welche Insel passt zu wem?

Aruba, Bonaire, Curaçao – die ABC-Inseln vor der Küste Venezuelas sind geografisch Nachbarn, taucherisch aber völlig unterschiedlich. Wer die falsche Insel wählt, steht am Ende enttäuscht am Strand. Wer sich informiert, erlebt die Karibik von ihrer schönsten Seite. Die richtige Inselwahl entscheidet über Erfolg oder Frust.

Aruba: Traumstrände, schwieriges Tauchen

Aruba ist die kleinste der drei ABC-Inseln – und die mit den schönsten Stränden. Weiße Sandstrände, türkisfarbenes Wasser, Palmen: Das klassische Karibik-Postkartenmotiv. Genau so stellt man sich die Karibik vor. Aber zum Tauchen ist Aruba nur bedingt geeignet.

(c) Image by falco from Pixabay

Die Riffe sind extrem flach. Taucher müssen teilweise paddeln, um überhaupt an den Riffrand zu kommen. Landtauchen ist kaum möglich, fast alles läuft über Bootstauchgänge – was relativ teuer wird. Die Tauchbedingungen sind eingeschränkt, die Kosten deutlich höher als auf den Nachbarinseln. Fazit: Aruba eignet sich für Strandurlauber und Nichttaucher. Wer primär tauchen will, ist auf den anderen Inseln der ABC-Inseln besser aufgehoben.

Bonaire: Das Hausriff-Paradies

Bonaire gilt als Mekka für Taucher, die individuelle Freiheit schätzen. Die Insel ist berühmt für ihre Landtauchplätze – über 80 Spots sind direkt vom Ufer aus erreichbar. Die Straße führt direkt am Riff entlang. Man sucht sich einen Tauchplatz aus, wo gerade kein anderer Pickup steht, und taucht einfach los. Das Prinzip ist simpel: Auto mieten, Equipment einladen, Tauchplatz aussuchen, ins Wasser gehen. Keine festen Zeiten, keine Gruppen, keine Bootsfahrten. Nitrox ist überall kostenlos verfügbar. Wer in zehn Tagen 32 Tauchgänge machen will – auf Bonaire kein Problem. Die Unterkünfte liegen meist zentral, etwa eine halbe Stunde vom Flughafen entfernt. Von dort fährt man morgens entweder nach Norden oder Süden, taucht den ersten Spot, fährt weiter, taucht den zweiten. Zwischendurch zurück ins Resort zum Essen und Trinken – oder direkt weiter zum nächsten Tauchplatz. Die Riffe sind vielfältig: flache Hänge, Steilwände, Wracks. Der Hilmar Hooker, ein versenkter Frachter, ist jederzeit betauchbar. Auch der Salt Pier, die berühmte Salz-Verladestation mit ihren bewachsenen Pfeilern, gehört zu den Highlights. Dort gibt es fast garantiert Schildkröten-Sichtungen. Bootstauchen braucht man auf Bonaire kaum. Ausnahmen: Klein Bonaire, eine kleine Insel etwa zwei Kilometer vor der Küste, oder der Washington-Slagbaai-Nationalpark im Norden – dort lohnt sich ein Tagesausflug, auch zum Schnorcheln. Was Bonaire nicht hat: klassische Karibikstrände. Es gibt ein paar gepflegte Strände, aber keine weißen Traumstrände wie auf Aruba. Die Küste besteht oft aus totem Korallengestein, rau und steinig. Fazit: Bonaire ist perfekt für Taucher, die maximale Freiheit und viele Tauchgänge wollen. Wer Strand und Karibik-Flair erwartet, sollte Curaçao wählen.

Curaçao: Das Beste aus beiden Welten

Curaçao vereint die Vorzüge von Aruba und Bonaire: traumhafte Strände UND gutes Tauchen vom Land aus. Wenn man Aruba und Bonaire zusammenwirft und neu auswirft, kommt irgendwo Curaçao raus – so könnte man es beschreiben. Die Insel ist fünfmal so groß wie Bonaire bei gleicher Einwohnerzahl. Das bedeutet: weitere Distanzen, aber auch mehr Vielfalt. Etwa 90 Prozent der Tauchplätze sind vom Ufer aus erreichbar, ähnlich wie auf Bonaire. Gleichzeitig gibt es die klassischen weißen Strände wie auf Aruba. Curaçao ist kulturell interessanter, hat mit Willemstad eine sehenswerte Hauptstadt, bietet Shopping, Restaurants, Ausflugsmöglichkeiten. Wer Inselleben will, ein bisschen Strand, ein bisschen Kultur, ein bisschen Tauchen – für den ist Curaçao die richtige Wahl. Allerdings: Wer in einer Woche möglichst viele Tauchgänge machen will, ist auf Bonaire besser aufgehoben. Auf Curaçao ist die Infrastruktur nicht ganz so optimal auf Viel-Taucher ausgelegt. Dafür bekommt man mehr Abwechslung, mehr Urlaubsfeeling, mehr Karibik-Atmosphäre. Fazit: Curaçao ist die Allround-Insel – perfekt für Paare, bei denen einer taucht und der andere nicht, für Familien, für alle, die Tauchen mit klassischem Strandurlaub verbinden wollen.

ABC-Inseln kombinieren: Sinnvoll oder nicht?

Die ABC-Inseln liegen nah beieinander – Flugzeit zwischen den Inseln: 20 bis 40 Minuten. Macht es also Sinn, mehrere Inseln zu kombinieren? Die Antwort hängt von der Flugplanung ab. KLM und TUI fliegen direkt nach Curaçao. Nach Bonaire geht es nur über Aruba – man landet in Aruba, wartet im Transitbereich, fliegt weiter nach Bonaire. Umständlich. Cleverer: Erst nach Curaçao fliegen, dann mit einer kleinen Propellermaschine (zum Beispiel Divi Divi Air) nach Bonaire. Von Bonaire geht es dann direkt mit dem großen Flieger zurück nach Amsterdam. Der Charme dieser kleinen Maschinen: Sie fliegen so tief, dass man beim Flug bereits Riffe erkennen kann. Trotzdem gilt: Den Flugtag als Tauchtag streichen, aus Sicherheitsgründen. Wer Aruba mitnehmen will: Erst mit dem großen Flieger nach Aruba, zwei bis drei Tage bleiben, dann weiter nach Bonaire. Aruba ist relativ klein, zwei Tage reichen meist aus. Die Frage ist, ob man dafür extra Zeit investieren will. Grundregel: Wer nur eine Woche Zeit hat, sollte sich auf eine Insel konzentrieren. Für Curaçao ist eine Woche eigentlich zu kurz, weil die Insel so groß ist. Bonaire schafft man in einer Woche problemlos – mit drei Tauchgängen pro Tag. Bei zehn Tagen lohnt sich eine Kombination, zum Beispiel eine Woche Curaçao, drei Tage Bonaire. Bei drei Wochen: zwei Wochen Curaçao, eine Woche Bonaire.

Reiseplanung für die ABC-Inseln

Wer auf die ABC-Inseln reist, sollte sich an spezialisierte Tauchreiseveranstalter wenden. Man spart zwar ein paar Euro, wenn man alles selbst bucht, aber dann läuft man die ersten Tage orientierungslos herum. Wo ist was? Wie komme ich dahin? Was muss ich bezahlen? Wo tauche ich am besten? Spezialisierte Veranstalter kennen die ABC-Inseln, wissen, welche Unterkunft zu welchem Tauchertyp passt, welche Mietwagenfirma zuverlässig ist, wo man was bekommt. Das erspart Frust und verschwendete Urlaubstage. Die ABC-Inseln haben keinen festen Reisezeitraum – Hurrikans sind selten, das Wetter ist ganzjährig gut. Man kann das ganze Jahr über fliegen. Es ist nur eine Frage der eigenen Urlaubszeit, des Budgets und der eigenen Vorstellungen.

Die persönliche Wahl

Welche der ABC-Inseln ist die beste? Es kommt darauf an, was man will. Wer in zehn Tagen möglichst viele Tauchgänge machen will – ab nach Bonaire. Fünf Tauchgänge am Tag? Kein Problem. Nitrox kostenlos, keine festen Zeiten, komplette Freiheit. Wer Inselleben will, Strand, Kultur, Ausflüge – ab nach Curaçao. Wer nur Strand will und nicht taucht – Aruba. Für viele ist es das Gesamtbild, das die ABC-Inseln bieten: karibische Lebensart, gute Infrastruktur, Sicherheit. Man hat ein bisschen Europa in der Karibik – medizinische Versorgung, gute Krankenhäuser, zuverlässige Strukturen. Gerade mit Kindern ein wichtiges Argument. Es ist nicht der eine spektakuläre Tauchgang, der die ABC-Inseln ausmacht. Es ist das Gesamtbild. Dass man einfach genießen kann. Dass man eine Sicherheit hat. Und dass man weiß: Ich gehe ins Wasser und sehe etwas Schönes.

Das vollständige Gespräch anhören

Mehr über die ABC-Inseln, detaillierte Tipps zu Tauchplätzen und persönliche Erfahrungen gibt es im Tauch Talk Podcast. Die komplette Folge findet ihr auf allen gängigen Podcast-Plattformen.

Unsere Redaktion wird geleitet von Chefredakteur Markus Mensch, der sich schon als Redakteur für Munichs Best, dem blu Magazin und dem Leo Magazin einem Namen machen konnte. 2010 gründete er das Online-Magazin „magazine4“, welches Ende 2014 verkauft wurde. Nun sticht er mit “Monaco de Luxe” neu in See, vereint sein Netzwerk und seine Erfahrungen, um neue Ziele für seine Leser, Kunden und Partner zu erreichen.

Mehr in Talk

Top