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ORCA Dive Clubs 35 Jahre: Die Geschichte einer Familie, die aus dem Nichts eine Tauchwelt erschuf

ORCA Dive Clubs 35 Jahre: Die Geschichte einer Familie, die aus dem Nichts eine Tauchwelt erschuf

Es gibt Momente, in denen man eine Geschichte hört und merkt: Das hier ist nicht einfach ein Firmenjubiläum. Als Volker Clausen erzählt, wie er 1991 zum ersten Mal in Hurghada stand – einem staubigen Fischerdorf ohne Telefon, ohne Supermarkt, ohne irgendetwas, das man mit dem heutigen Ägypten verbindet – und dabei dachte „hier bleibst du nicht lange“, ahnt man schon, wohin diese Geschichte führt. 35 Jahre später sitzt derselbe Mann mit seinem Bruder Wolfgang und mit Karin, die seit 1992 Teil der Firma ist, im Podcast und erzählt von einem Lebenswerk, das aus purem Zufall, harter Arbeit und, wie alle drei immer wieder betonen, echter Liebe zu diesem Ort entstanden ist. ORCA Dive Clubs 35 Jahre – das ist keine trockene Chronik, das ist eine Geschichte, die einen mitreißt.

©ORCA Dive Clubs

Der Anfang: Ein Steg, mit eigenen Händen gebaut

Bevor es ORCA gab, betrieb Volker fünf Jahre lang eine kleine Basis im türkischen Kaş, einem Ort, in den er sich nach eigener Aussage verliebt hatte. Doch 1991 zog es ihn weiter, nach Hurghada. Was er vorfand, war fast nichts: eine Handvoll Fischer, ein paar Surfer, keine Struktur. Und trotzdem blieb er – wegen der Farben, der Fische, dieses einen, kaum in Worte zu fassenden Gefühls unter Wasser im Roten Meer.

 

Der Name ORCA entstand beiläufig, fast zufällig, gesucht wurde nur etwas Kurzes, Einprägsames. Was folgte, war alles andere als beiläufig: 1995 baute Volker in Safaga eine zweite Basis komplett selbst auf – schweißte den Steg eigenhändig zusammen, in einem einfachen Beachcamp ohne Hotel, wo Camper und sogenannte Rollertour-Reisende die einzigen Gäste waren. Man muss sich das wirklich vorstellen: kein Businessplan, kein Investor im Hintergrund, nur ein Mann mit Schweißgerät und der festen Überzeugung, dass hier etwas Besonderes entstehen kann.

Hamata: Der Mut, ins völlige Ungewisse zu gehen

Die vielleicht bewegendste Episode dieser 35 Jahre spielt sich 2001 ab. Wolfgang Clausen zieht nach Ägypten, um im entlegensten Süden des Landes, fast an der sudanesischen Grenze, eine Basis aus dem Nichts zu errichten – in einem Jahr, in dem die Welt durch die Anschläge vom 11. September aus den Fugen geraten war. Freunde und Familie hielten ihn für verrückt. Er zog trotzdem dorthin.

Was er in Hamata vorfand, war ein kleines Fischerdorf  ohne Handys, ohne Fernsehen, ohne jede Verbindung zur Außenwelt. Beim ersten Charterflug waren über 100 Gäste für ein Hotel gebucht, das buchstäblich noch nicht fertig war – zehn Minuten vor Ankunft wurde noch hektisch aufgeräumt, damit niemand die Baustelle sah. Und trotzdem, so erzählt es Wolfgang, war genau das eine der schönsten Zeiten überhaupt: unberührte Riffe direkt vor der eigenen Haustür, eine Handvoll Menschen, die gemeinsam etwas aus dem Nichts erschufen, ein Gefühl von echter Freiheit. Diese Mischung aus Risiko, Improvisation und tiefem Vertrauen in eine Idee zieht sich durch die gesamte Geschichte von ORCA Dive Clubs 35 Jahre wie ein roter Faden.

Menschen, die bleiben – über Jahrzehnte hinweg

Was diese Geschichte am Ende so besonders macht, sind nicht die Standorte, sondern die Menschen. Karin ist seit 1992 dabei, hat selbst die Basis in Safaga mit aufgebaut und geleitet, ihre Töchter sind in Ägypten aufgewachsen. Erni organisiert seit 1994 im Hintergrund alles, was schiefgehen könnte – von Transfers bis zu medizinischen Notfällen. Hany kümmert sich seit 1992 um Genehmigungen. Das sind keine Zahlen in einer Personalstatistik, das sind Menschen, die ihr halbes Leben in dieses Projekt investiert haben – und die man spürt, wenn man Volker und Wolfgang darüber sprechen hört.

Und dann sind da die Gäste, die bleiben: Manche, die schon in Hurghada dabei waren, zogen mit nach Safaga und leben bis heute in der Nähe. Berühmte Namen wie Leni Riefenstahl, die noch mit über 80 Jahren unter Wasser fotografierte, oder Vladimir Klitschko tauchten mit ORCA – aber genauso bedeutsam sind für Volker die vielen unbekannten Menschen, die über Jahrzehnte immer wiederkommen.

Expansion: Von Ägypten in die ganze Welt

© ORCA Dive Clubs

Aus zwei ägyptischen Basen wurde über die Jahre ein globales Netzwerk: El Gouna, Dahab, Cabo Verde, Mauritius, Bali, mehrere türkische Standorte, Komodo/Flores. Nicht jeder Versuch gelang – ein Engagement im Oman scheiterte nach einem Jahr an der Partnerschaft, die Basis in Sardinien musste aufgegeben werden, als der langjährige italienische Partner Alfredo in Rente ging, mit spürbarem Bedauern in Volkers Stimme, als er davon erzählt. Auch das gehört zu 35 Jahren ORCA Dive Clubs: nicht nur Erfolge, sondern ebenso Abschiede, die wehtun.

Die Alia Soul: Wenn aus einem Boot ein Zuhause wird

2024 kam mit der Alia Soul ein eigenes Safariboot dazu – über ein Jahr im Trockendock, komplett umgebaut, verlängert, verbreitert. Karin gestaltete gemeinsam mit ihrer Tochter die Themenkabinen mit spürbarer Hingabe, von einer Zen-inspirierten Oberdeckkabine bis zu liebevoll durchdachten Detaillösungen – konsequent mit plastikfreien, meerfreundlichen Pflegeprodukten, weil, wie Karin es beschreibt, alles, was im Bad abgespült wird, am Ende im Meer landet.

 ORCA Dive Clubs 35 Jahre: Ein Jubiläum, das die ganze Welt verbindet

Zum 35-jährigen Bestehen feierte das Team etwas, das man selten erlebt: An allen Standorten gleichzeitig, von Ägypten über Bali bis Mauritius, trotz völlig unterschiedlicher Zeitzonen, wurde gemeinsam gefeiert – mit 500 Goodie-Bags, T-Shirts, und, wie Volker erzählt, mit dem Gefühl, wie viele treue Menschen sich über die Jahre wirklich verbunden fühlen. Man merkt in seiner Stimme, dass ihn das noch Tage später bewegt.

©ORCA Dive Clubs

 

Generationenwechsel: Loslassen, ohne aufzuhören

Karins Tochter Alia wächst langsam in die Verantwortung hinein, ebenso Volkers Sohn Christof, der aktuell den deutschen Standort in Rosenheim mitträgt. Auf die Frage, wie lange man noch weitermachen wolle, sagt Volker etwas, das die ganze Haltung hinter ORCA Dive Clubs 35 Jahre zusammenfasst: Diese Frage sei beim Jubiläumsabend gar nicht erst aufgekommen. Stattdessen ging es nur um die nächsten 35 Jahre.

Fazit: Eine Geschichte, die man fühlen muss

Am Ende ist ORCA Dive Clubs 35 Jahre keine Geschichte von Wachstumszahlen und Standorten, sondern von Menschen, die alles riskiert haben – finanziell, emotional, manchmal auch persönlich –, um etwas aufzubauen, das größer wurde als sie selbst. Ein Steg, mit den eigenen Händen geschweißt. Ein Hotel, das zehn Minuten vor der ersten Gästeankunft noch eine Baustelle war. Eine Familie, die sich über Jahrzehnte nicht nur beruflich, sondern zutiefst persönlich verbunden hat. Wer diese Geschichte hört, versteht, warum am Ende nicht die Frage stand, wie lange man noch weitermacht – sondern nur, wie schön die nächsten 35 Jahre werden.

 

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